The Loranes

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21:30 Uhr

Es scheint THE LORANES existieren nur in Extremen. Alles oder Nichts. Top oder Flop. Vollgas oder den leer gefahrenen Wagen stehen lassen und aussteigen. Als die Band 2015 mit ihrem Debut «Trust» plötzlich auf der Bildfläche erschien, hatte das Trio nur wenige Wochen vorher ihren Proberaum bezogen. Und nur kurz nachdem Bassist Mammut nach zwei erfolgreichen Alben bei KADAVAR ausgestiegen war, hatten THE LORANES schon ihr Debut in den Läden, heimsten beste Kritiken ein und waren anschließend wochenlang europaweit auf Tour. Nach einem Jahr im oberen Drehzahlbereich wurde es dann aber erstaunlich still, was viele private Gründe hatte und Zweifel aufkommen ließ, wann und ob überhaupt ein weiteres Album zu erwarten sei. Nun stecken die Zündschlüssel ohne große Ankündigung erneut im Schloss und der Tank ist randvoll. «2nd» ist in kürzester Zeit geschrieben, eingespielt und produziertworden. Und wieder wird man kurz nach der Album-Veröffentlichung im Tourbus sitzen und Vollgasgeben… Genau diese Spontanität zeichnet THE LORANES aus und hebt sie aus der Menge anderer Genre-Bands hervor. Sie sind eine Band ohne ausgearbeiteten Plan, ohne Social-Media-Marketing und übersteigerte Selbstinszenierung. Keine ständigen Instagram-Stories, keine Kostüme und temporärer Lifestyle und genau das ist dem Album in jedem Moment anzuhören. «2nd» ist ungeschönt, spontan, wild und voller Kraft. Es scheint, die Band zieht ihre Energie aus einem harten Jahr voller Rückschläge und Veränderungen. Waren sie doch lange in der Berliner Szene verankert, trieb es die Band aus privaten Gründen in verschiedenste Richtungen und eine gemeinsame Zukunft schien unsicher -was aber ein Trugschluss war. Man trafsich immer wieder, spielte, schrieb neue Songs und legte in den südlichen Alpen den Grundstein für das zweite große Album. „2nd“ ist noch vielseitiger als das Debut. Eine feiste Produktion, vielDynamik und Abwechslung, aber immer noch verkörpertdas Trio dendunklen, ungeschliffenenRock-Diamanten. Es zerrt und fuzzt,und der ruppige Sound steht im Kontrast zu den vielen eingängigen Melodien. Stilistisch zwischen Britpop, Shoegaze, 60s Pop und US-Garage-Rock. Was das ECLIPSED Magazin schon über das Debutso treffend schrieb, ist weiterhin gültig: THE LORANES „haben sie sich durch die Ursuppe des Rock’n’Roll gewühlt und dabei so manche tiefschwarzen Schwebeteilchen aufgewirbelt“. Hier sind die richtigen Alben im Regal, die Referenzen klar, aber vielseitig erweitert und alles ist überdeckt mit einem feinen, dunklen Patina und es riecht nach Rauch, Bier und Leder… Auf ein Neues, Alles oder Nichts.




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